Ein Dauerbrenner – private Kfz-Nutzung

 
 Arbeitnehmer

Ein Dauerbrenner – die private Kfz-Nutzung

Für Gewerbetreibende und Selbständige, die ihren Betrieb als Einzelfirma oder Personengesellschaft führen, wird vom Gesetzgeber unterstellt, dass Autos im Betriebsvermögen vom Inhaber/Gesellschafter auch privat genutzt werden. Zur Ermittlung des privaten Anteils wurde die berühmte 1%-Regelung geschaffen. Danach werden monatlich die angefallenen Kosten für das Fahrzeug um ein Prozent des Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung des Kfz gekürzt. Beispiel: das Auto hatte einen Bruttolistenpreis von EUR 30.000. Dann wird jeden Monat ein Betrag von EUR 300 gewinnerhöhend erfasst. Von diesen EUR 300 werden 80% (= EUR 240) mit Umsatzsteuer belegt; es müssen also monatlich EUR 45,60 angemeldet und abgeführt werden. Die restlichen 20% (= EUR 60) erhöhen den Gewinn ohne Umsatzsteuer. Diese Regelung ist umstritten, wurde aber vielfach vom Bundesfinanzhof als zugelassenes Mittel des Gesetzgebers zur Schaffung einer pauschalierten Regelung bestätigt. Nun führt diese Berechnungsmethode bei älteren Fahrzeugen, die schon komplett abgeschrieben sind, dazu, dass die angefallenen Kosten (Versicherung, Steuer, Benzin, Reparatur) sich nicht mehr oder nur in geringem Umfang als Betriebsausgaben auswirken.

Um dieses Ergebnis zu verbessern, kann die sogenannte Escape-Klausel in Anspruch genommen werden: Du kannst ein Fahrtenbuch führen. Wenn dieses perfekt ist, wird das Finanzamt den privaten Nutzungsanteil über die anteilig private gefahrenen Kilometer im Verhältnis zu den entstandenen Kosten ermitteln. Damit kann bei entsprechender betrieblicher Nutzung doch ein großer Teil der Kosten abzugsfähig bleiben.

Nun gibt es immer wieder Gestaltungen, die versuchen auch ohne Fahrtenbuch eine günstigere Lösung, als die Ein-Prozent-Regelung zu erzielen. Im Arbeitnehmerbereich ist es möglich die private Nutzung von Betriebsfahrzeugen zu verbieten. Ist dies arbeitsrechtlich wirksam erfolgt und wird dieses Verbot auch nachvollziehbar überwacht und durchgeführt, erfolgt beim Angestellten keine Versteuerung einer privaten Nutzung. Diese Idee funktioniert aber nicht als Inhaber oder Gesellschafter.

Das Finanzgericht Hamburg hat Ende 2018 einem Nutzungsverbot an den Gesellschafter, der 100% der Anteile an einer GmbH & Co. KG hielt, eine klare Absage erteilt. Auch für das Revisionsverfahren wird mit keinem anderen Ausgang gerechnet. Die Begründung war ganz einfach: wer 100% der Kosten trägt und sich nur selber überwacht, kann nicht einfach behaupten, das Kfz würde nicht privat genutzt werden dürfen. Na klar gibt es Gestaltungen, in denen auch bei Einzelbetrieben oder Personengesellschaften, die nicht zum Tragen kommende unterstellte private Nutzung wirksam nachgewiesen werden kann. Aber hierzu ist eine Vielzahl von Dokumentationen notwendig.

Was das im Einzelnen ist, erläutere ich Ihnen gerne im Beratungsgespräch. Ihr Bernd Streckmann und Team

Immer mobil dabei - unsere Steuerberater App

Streckmann Steuerberater Ratingen App iPhone
Streckmann Steuerberater Ratingen App Android

Bürozeiten

Mo - Do: 08.00 - 16.30 Uhr 
Fr: 08.00 - 13.00 Uhr

Termine nur nach telefonischer Vereinbarung

Kontakt

Bahnstrasse 14
40878 Ratingen
Tel: +49 2102 929360
Fax: +49 2102 9293616

info@streckmann.com
www.streckmann.com